Druckschrift 
11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

63

sind alle zu geschcidt mW ich bin nun so dumm!" Erfand außer dem Familienklecblatt noch die Prinzessin und diekleine Helena aus Lilar, dieses schöne Medaillon eines schönenTages snr sein gerührtes Herz. Unbeschreiblich ergriff ihnLiancns weibliche Annäherung an Rabctte, gleichsam als theil'er sie mit ihr. Mit Leutseligkeit und Zartheit kam die Milde,die ohne Falsch und Stolz war. der verlegnen Gespielin zuHülse, auf deren Gesicht die angeborne lachende und beredteNatur jetzt sonderbar gegen den künstlichen Stnmmcn-Ernstabstach. Karl war mit seiner gewandten Vertraulichkeit mehrim Stand, sic zu umstricken als loszuwickeln; blos Liane gabihrer Seele und Zunge schon durch den Stickrahmen freiesFeld; Rabctte schrieb mit der Sti^nadel zwar keine Zier-und Anfangsbuchstaben, aber doch eine gute Kurrcnthand.

Sie gab das Gesicht gegen das brüderliche gewandt,um Muth davon zu holen von dem gefährlichen Wege undUmwerfen einen deutlichen Bericht und lachte dabei. nachder Sitte des Volks, wenn cs sein Unglück erzählt. DerBruder war ihr auf Kosten der Gesellschaft selber die Gesell-schaft und die Welt; nach ihm allein strömte ihre Wärme undRede hin. Sic sagte: sie könn' ihn aus ihrer Stubekla-rieren" sehen. Liane führte beide sofort darein. Wie reichund erhaben über Rabettens Ansprüche ans Stadtlebcn wardas jungfräuliche Hospizinm anSgcstattet, von der Tulpe an keiner blühenden, sondern einem Arbcitskörbchen von Liane,wicwol jede Tulve eines für den Frühling ist bis zumKlavier, von dem sic gegenwärtig freilich nicht mehr ver-brauchen kann als sieben Diskanttasten für einen halben Wal-zer! Fünf mäßige Kleiderkästen denn damit glaubte sic aus-zukommcn und der Stadt zu zeigen, daß auch das Land sich