mit unendlichem Schmerz, und die schönen Sterne des Früh-lings fielen wie zischende Funken in seine Wunde.
Vor diesem Worte löscte sich Karls gespanntes Herz intreue gute Thräncn, ein heiliger Geist kam über ihn und ge-bot ihm, die reine Seele nicht zu quälen mit seiner, ihr nichtden Glauben zu nehmen, ihr das wilde Ich und jede Eigen-sucht stumm zu opfern. Sanft legt' er sich an des FreundesHerz und mit zauberisch-leisen Worten und voll Dcmuth undohne Feuerbildcr sagt' er ihm sein ganzes Herz — und daßes nicht böse sei, sondern nur unglücklich und schwach — unddaß er nur so herzlich-aufrichtig gegen ihn, der zu gut vonihm denke, habe scyn müssen wie gegen Gott — und daß erschwöre bei der Stunde des Todes, zu. werden wie er, ihmewig alles zu bekennen, sich zu heiligen an ihm — „Ach ich„wurde nur noch so wenig geliebt!" beschloß er. — Und Albano, derlicbcstrunknc, glühende Mensch, der gute Mensch, der an sich dieheiligen Ucbcrtreibungcn der Neue kannte und der diese Bekennt-nisse für jene hielt, kehrte begeistert in den alten Bund zurückmit Liebe ohne Maß. „Du bist ein warmer Mensch! (sagte„Karl) Warum liegen denn die Menschen immer wie die Tod-„tcn auf dem Bernhardus-Bcrg *) einander erfroren an der„Brust, mit steifem Ang', mit starren Armen? —- O warum„kämest du so spät zu mir? Ich wäre anders geworden.„Warum kam jene**) so früh? — Dort im Dorfe drunten„an der engen niedrigen Kirchthürc, da sah ich Sie zuerst,„durch die mein Lcbeu zur Mumie ward. Wahrlich, ich spreche
*) Die unbekannten Ersrorncn werden non den Mönchen unbe-grabcn an einander jeder an die Brust des andern angclchnt.
**) Linda de Romciro.