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lingstraum entwirft. Er konnte keinen Tag von Karl lassen— er deckte ihm seine Seele ans und sein ganzes Leben (nurLiancus Name stieg tiefer in sein Herz zurück) — alle Vor-bilder der Freundschaft unter den Alten wollt' er nachbildenund erneuern und alles thun und leiden für seinen Geliebten—> sein Daseyn war jetzt ein Doppclchor, er trank jedes Glückmit zwei Herzen, sein Leben schloß ein doppelter Himmel inlauter Aethcr ein.
Als er am andern Tage die befreundete feste Gestalt an-traf, die ihm auss dem nächtlichen Spektakelstück der Gcistcr-welt übrig geblieben war, wie ein blasser Mond aus den weg-gclöschtcn Sternen der Nacht, und als er sic so kahlköpfig undbleich fand — wie die feurige Actnas - Rauchsäule am Tagegrau aufstcigt — so sah er gleichsam den vorigen Selbstmör-der vor sich stehen; freier, aber desto wärmer reicht' er demeinsamen Wesen, das nach dem Sprunge über das Leben nurnoch auf seinem Grabe wie auf einem fernen Eiland wohnte,die Hand hinüber. Andere ziehen sic eben darum weg; dergestörte Selbstmörder, der das schöne feste Leben durchrisscn,kehrt aus seiner Todesstunde als ein fremder unheimlicher Geistzurück, dem wir nicht mehr trauen können, weil er in seinerUngcbuudcuhcit jede Minute das wegwerfende Spiel mit derMenschengestalt wieder treiben kann.
Daher sah Albano im chaotischen Leben des Hauptmanusnur die Unordnung eines Wesens, das ciupackt und auszieht.Als er das erstemal in dessen Sommcrstubc trat, so hatt' erfreilich darin eine Bedienten-, eine theatralische Anziehstubeund ein Osfizierszelt auf einmal vor sich. Auf der Tafel lagenverworrene Völkerschaften von Büchern, wie aus einem Schlacht-feld, und auf Schillers Tragödien das hippokratische Gesicht