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14 (1848) Flegeljahre : drittes und viertes Bändchen
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schwarze Nachtblume wuchs gierig gen Himmel, und bog sichimmer heftiger über, je Heller es wurde; eine Spinne liefund wob ämsig im Blumenkelche, um mit Fäden die Nachtfcstzuhalteu, ja den Lcichcuschleier der Welt zu spinnen; aberalle Fäden wurden bethaut und schimmerten, und der ewigeSchnee des Lichts lag auf den Höhen.

Es schläft alles im rechten Lande, sagt' ich, aber dieLiebe träumt. Ein Morgenstern kam, und küßte eine weißeRosenknospe, und blühte mit ihr weiter ein Zephyr hingsich küssend an einen Eichcngipfcl einer der leisesten Tönekam und küßte eine Maiblume, und ihr Glöckchen wurde hef-tig empor geweht tausend warme Wolken kamen und hin-gen sich brünstig an Himmel und Erde zugleich Turtel-tauben wiegten sich dusttrunken auf Nachtviolen, und warfengirrend sich die Küsse auf Blumenblättern zu.

Auf einmal quoll am Himmel ein scharsblitzcndes Stern-chen heraus cs hieß die Aurora wie vor Lust riß sicheinen Augenblick mein Meer auf. Statt der dämmerndenEbene lag ein fester breiter Blitz vor mir. Aber cs schlugsich wieder zu, das verdämmerte Land erwachte, und alleswurde verändert; denn die Blumen, die Sterne, die Töne,die Tauben waren nur schlummernde Kinder gewesen. Nunumarmte jedes Kind ein Kind, und die Aurora klang unzäh-lig darein. Die hohe Bildsäule des Donnergottes stand inder Landes-Mitte. Ein Kind um das andere flog ans denStein-Arm, und setzte einen Schmetterling auf den lebendigenAdler, der den Gott umkreiset. Dann flatterte das Kind wieleichtsinnig auf die nächste Wolke, und sah herab nach seinemandern, das liebende Arme aushob. Ach so wird schon Gott,vor dem wir ja alle Kinder sind, unser Lieben nehmen!