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Darauf spielten die Kinder untereinander „LiebenS." „Seimeine rothc Tulpe," sagte das eine, und das andere war sie,und ließ sich an die Brust stecken. „Sei mein liebes Sternchenoben," und es war es und wurde — an die Brust gesteckt. „ Seimein Gott" — „und du meiner," aber dann verwandelten sichbeide nicht, sondern sahen sich lange an voll zu großer Liebe,und verschwanden wie sterbend dahin. — „Bleibe bei mir, meinKind, wenn du von mir gehst," sagte das bleibende; da wurdedas scheidende in der Ferne ein kleines Abendroth, dann einAbendsternchen, dann tiefer ins Land hinein nur ein Mond-schimmer ohne Mond, und endlich verlor es sich ferner undferner in einen Flöten- oder Philomelenton.
Aber der Morgcnröthe gegenüber stand eine Morgen-röthe ans; immer herzerhebender rauschten beide wie zweiChöre einander entgegen, mit Tönen statt Farben, gleich-sam als wenn unbekannte selige Wesen hinter der Erde ihreFreudenlieder hcranfsingen. Die schwarze Blume mit derSpinne bog sich krampfhaft bis zum Knicken nieder. Zneinem Lilienkranze waren vom Rade die Sterne vom Himmelherabgesponncn, und er nur hellblau gemacht. Der Allklanghatte die Blumen zu Bäumen gereist. Die Kinder warendem Auge zu Menschen gewachsen, und standen endlich alsGötter und Göttinnen da, und sahen sehr ernst nach Morgenund Abend.
Die Chöre der Morgcnröthen schlugen jetzt wie Donnereinander entgegen, und jeder Schlag zündete einen gewaltigeman. Zwei Sonnen sollten aufstcigcn, unter dem Klingen desMorgens. Siehe, als sie kommen wollten, wurde es leiser,und dann überall still. Amor flog in Osten, Psyche flog inWesten aus, und sie fanden sich oben mitten im Himmel, und