335
Dort steh' ich ja leibhaftig, und erscheine mir eigenhändig. —Warte, wir wollen gleich finden, wer von uns beiden wahrenDu's der wahre und haltbarste ist."
Hier versetzte er sich und dem Notar zugleich einen der-ben Schlag und erwachte davon; erst, nachdem er wie ver-dutzt sich von Walten lange auscinandersetzcn lasten, wo undwas er sei, wurde er dahin gebracht, sich angeklcidct aufs Bettzu Wersen. Indem beide einander eine Zeit lang bewachten,fielen beide in einen wahren Schlaf.
Jetzt weckte ihn Walt, der noch traumtrunkcn und inberauschter Vergessenheit der vorigen Szenen ihm ans demBette folgenden Traum aufdrang:
„Ich weiß kaum recht, wie oder wo der Traum eigentlichanging, wie ein Chaos wollte die unsichtbare Welt ans ein-mal alles gebären, eine Gestalt keimte auf der andern, ausBlumen wuchsen Bäume, daraus Wolkensänlcn, aus welchenoben Gesichter und Blumen brachen. Dann sah ich ein wei-tes leeres Meer, auf ihm schwamm blos das kleine grauefleckige Welt-Ei, und zuckte stark. Es wurde mir im Traumalles genannt, ich weiß aber nicht von wem. Dann fuhr einStrom mit der Leiche der Venus durchs Meer; er stand fest,das Meer floß wieder an ihm hin. Darauf schneiete cs HelleSterne hinein, der Himmel wurde leer, aber an der Mittags-stelle der Sonne entglomm eine Morgenröthe; das Meer höhltesich unter ihr aus, und thürmte in ungeheuren bleiernenSchlangen-Wülsten am Horizonte sich aus sich selber auf, denHimmel zuwölbend — und unten aus dem Meeres-Grundstiegen aus unzähligen Bergwerken traurige Menschen wieTodtc aus, und wurden geboren. Eine dicke Grnbcn-Nachtquoll ihnen nach. Aber ein Sturm schlug sich auf den Dampf,
22 *