304
in das Fencrhaus einschlüpscn. Hoffend auf die ausgcarbei-tcten Plane seiner Liebcs-Erklärung, und so glücklich wie einAstronom, dem sich der Himmel aufklart, che sich der Mondtotal verfinstert, suchte Vult jetzt die Ohren des Bruders inetwas vom Liebhaber-Theater wegzustellen, indem er ihm ver-hielt, wenn er in einiger Ferne, z. B. unten im Park, zu-horchte, würden ihn die Töne viel feiner ergreifen. „Guckstdu mir über die Achsel: so ist's soviel, als schnaubest du sel-ber mit ins Flötcnloch hinein, wobei wenig zu holen ist;und was überhaupt die Heldin des ganzen Musiksestes zueinem Lager, das zwei junge Männer vor ihrem eignen imBette ausschlagen, sagt, braucht doch auch Bedacht, meinWalt!" — „Da es dir so lieb ist, so wend' ich nichts ein,"sagte dieser, und ging in den kalten Garten, wo der blen-dende Schnee so gut gestirnt war, als der tiefe Aether.
Aber oben ging es wider Vults Vermuthen, doch nichtwider dessen Wunsch. Engelberte! versicherte, ihre Schwesterwürde, da sic Flöte und Stimme so kenne, vom ersten An-klang erwachen, und alles verderben. „So muß die Musik ingrößter Ferne ansangen, und wachsend sich nähern." „Gut,das geschieht im Park," sagte Wina, und eilte hinab. Aufder Treppe, hinter nahen Ohren, nahm Vult eiligst alle musika-lische Abreden mit ihr, damit er auf dem einsamern Park-Wege nichts zu machen brauchte, als seine Eroberung. Zuseinem Schrecken stand, jetzt wie eine stille Pulverschlange, dieblos auf das Loszündcn wartete, der Notar ans der Haupt-straße, der mit seiner heitern Miene sich und andern versprachmitzugehen, und alles zu begleiten. Wina gab ihm einenfreudigen Morgen-, dann noch einen Neujahrs-Gruß, unddie Frage, „geht nicht alles vortrefflich?" — 8tn, 8tn,