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dieser kam es ihm vor, als sehe er das Jahr wie eine unge-heure Wolke voll wirbelnder Gestalten am Horizont Herauf-ziehen; und die Töne nannten die Gestalten künftiger Stun-den beim Namen. Die Sterne standen als Morgensterne desewigen Morgens am Himmel, der keinen 'Abend und Morgenkennt, aber die Menschen schauetcn hinauf, als gab' cs drobenihren eiligen Wechsel, und ihre Stunden- und ihre Todtcn-glockcn und den deutschen Januar.
Unter diesen Gefühlen Gottwalts stand die Geliebte alsein Heiligen-Bild, von Sternen gekrönt, und der Himmels-Schein zeigte ihre großen Augen Heller, und ihre sanften Ro-senlippen näher. Nicht wie sonst stellte ihm das alte Jahr,das an der Geburt des neuen starb, das Vergehen des Le-bens dar; die Liebe verwandelt alles in Glanz, Thränen undGräber; und vor ihr berührt das Leben, wie die niederge-hende Sonne auf den nordischen Meeren am langen Tage, nurmit dem Rande die Untergangs-Erde und steigt dann wiedermorgendlich den Himmelsbogen hinaus.
Beide Freunde gingen Arm in Arm, endlich Hand inHand, in den Straßen umher. Walts kurze Lustigkeit wardem ticfern Fühlen gewichen. Er sah sich oft um, und inVults Gesicht hinein: „so müssen wir bleiben in einem fort,wie jetzt," sagt' er. Geschwind drückte ihm Vult die Handauf den Mund, und sagte: „der Teufel hört's!" — „UndGott auch," versetzte Walt; und fügte dann leise, rosenroth,und abgcwandt hinzu: „In solchen Nächten solltest du aucheinmal das Wort Geliebte! sprechen." — „Wie? sagte Vultroth, dieß wäre ja toll." —
Nach langem Genuß des Hellen Vorfestes sahen sie end-lich Wina mit Engclberta, wie eine weiße Blumen-Knospe