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wie demüthig und rührend mir unser blasser Vater auf seinenKnicen an der scharlachcncn Altarstufe vorkam, indeß der Pfar-rer ihm sehr schreiend den goldnen Kelch verhielt. Ach wiewünscht' ich, daß er stark tränke vom h. Weine und Blut.Und dann die tief geneigte Mutter! Wie war ich ihr unterdem Trinken so rein-gut! Die Kindheit kennt nur unschul-dige weiße Rosen der Liebe, später blühen sie röther, undvoll Schamrotste. Vorher aber trat die majestätische langeGeucralin in ihrem schwarzen und doch glänzenden Seidenge-wand an die Altarstuse, sich und die langen Augenwimpernsenkend wie vor einem Gott, und die ganze Kirche klang mitihren Tönen drein in die andächtige Gegenwart dieser idealenHerzogin für uns alle im Dorf."
„Die Tochter soll ihr so ähnlich sehen, Walt?"
„Die Mutter wenigstens ist ihr sehr ähnlich. Daraufzog man denn aus der Kirche, jeder mit emporgehobnem Her-zen — die Orgel spielte in sehr hohen Tönen, die mich alsKind stets in Helle srcmde Himmel hoben — und draußenhatte sich der blaue Acther ordentlich tief ins Sountagsdorfhineingclagcrt und vom Thnrme wurde Jauchzen in den Tagherab geblasen — Jeder Kirchgänger trug die Hoffnung eineslangen Freudcntags aus dem Gesichte heim — Die sich wie-gende lackirte Kutsche der Generalin rasselte durch uns alle
durch, nette, reiche Bedienten sprangen herab-Uebcrhaupt
wäre nur nachher nicht die Sache mit dir gewesen — —"
„Zu oft kaue sie nicht wieder!"
„Also ging der Vater im Gottcstischrock ins Pfarrhausund hinter ihm die Mutter. Und als ich, da sic abgegeffenhatten, die Klingelthürc des Pfarrhofs öffnete und schon dieTruthühner desselben mit Achtung sah:"