ließ vieles im Stall durch Leute besorgen uud betete aus demschwarzen Kommunion-Büchlein. Ich stand hinter ihr undbetete unbewußt mit herunter, blos weil ich das Blatt nm-kchrte, wenn sie cs herab hatte. Die Bauernstube war sorein und schmuck aufgeräumt sür den Sonntag — wie am h.Christabend war cs am Beichtabend — aber schöner undhöher — dazu hing nun der reich-schwere Frühling herein,und der Blütcngernch zog durch das ganze Haus und jedenDachziegel — Frühling und Frömmigkeit gehören gewiß rechtsür einander — Ich sah nachher, als der Nachtwächter antrat,noch ein wenig aus dem Dachfenster, voll Düfte und Sternewar der Himmel über dem Dorfe — die Gcncralin gingso spät noch mit ihrem Kinde an der Hand ans dem Schloß-wall spazieren, und das ganze Dorf wußte, daß sie morgenkommunizirte und ich und du die Kommnnikantentüchlcin dabeihielten — Wahrlich, ob ich gleich schon lateinisch sprechenkonnte, die weißgekleidete Generalin kam mir als die MutterGottes vor, und das Kind als ihr Kind."
„Hat denn die Generalin einen Sohn?"
Walt sagte verlegen: „ich stellte mir nämlich ihre da-malige Tochter so vor in der Ferne. Ich möchte jetzt nochvor Freude über die Wundcrnacht weinen, wenn du nichtlachtest. . . ."
„So weine zum Henker! Wer lacht denn, Satan, wenneinmal ein Mensch die Aufrichtigkeit in Person ist?"
„Es erschien denn das heilige Trinitatis-Fest mit einemblauen Morgen voll Lerchen und Birkcndüfte; und als ichaus dem Bodenfenster diese Bläue über das ganze Dorf aus-gespannt erblickte, wurde mir nicht, wie sonst an schönen Ta-gen, beklommen, sondern fast wie jauchzend. Unten fand ich