Druckschrift 
14 (1848) Flegeljahre : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
245
Einzelbild herunterladen
 

245

lich im dritten, war der dritte abgeschafft, Vult griff kein Flö-tenloch, blies keine Note. Aber der Bruder nahm den künst-lerischen Eigensinn nicht übel, hielt den Bruder sür so glück-lich als sich und wandte nichts ein gegen einen Wechsel derDämmer-Partien.Hab' ich denn nicht eine Luftröhre wiedu, so gut zu Lauten gebohrt als die Flöte? Kann ich dirdenn nichts sagen, ohne das Holz ins Manl zu stecken?Disknriren wir lieber beiderseits," sagte Vult.

In den folgenden Dämmerungen kehrte dieser zur altenSitte zurück, hinter den Laternenanzündern die Gaffen zudurchstreifen ein Abenteuer mit einer Schauspielerin znbestehen Burgunder allein zu borgen (Walten hielt er, seitdieser ihn mit Zucker absüßtc, keines mehr würdig) mit derFlöte in fremde Flöten auf der Gasse oder in die Kulisse cin-zntreten und sich endlich aus dem Kaffechausc halb todt znärgern, daß er am Ende so gut als einer sich unter dieHaslaucr mische, und, allmälig hinabgewöhnt, sich mit ihnenin Gespräche verflechte, da er doch mit der festesten Verachtungim Sommer angckommcn sei.

Walt blieb freudig zu Hanse; er fand in den kleinstenBlümchen, die durch seinen Schnee hindurch wuchsen, so vielHonig, als er brauchte. Als die Tage abnahmen: so srcucteer sich über die Länge der Abenddämmerung so wie des ge-stirnten Morgens; ohne dabei zu vergessen, daß er sich ebenso gut, nur später, über die Zunahme freuen würde. DerMond war eigentlich sein Glücksstern, so daß er ihm in jedemMonate nicht viel weniger als 27 schöne Abende oder Morgenherunterwarf; denn beinahe 14 Tage (nur die Paar erstenausgenommen) könnt' er auf dessen Wachsthnm bauen;von Vollmond bis zum letzten Viertel wurde ohne Elysiums