241
Vult trug daraus selber die Kapitel auf die sächsischePost, um, wie er sagte, einmal wieder die Welt zu scheu.
Am Tage darauf schufen beide sehr. Eiu junger Autorglaubt, alles was er auf die Post schickt, sei schon dadurchverlegt und gedruckt, und schreibt darum fleißiger. Kein Be-such, kein Fest, kein Mensch, kein Brief störte sic. Vult hattekein Geld und Walt war zum Sitzliug geboren. Dichterhaue», wie die afrikanischen Völker, ihre Brodselder unterMusik und nach dem Takte an. Wie oft fuhr Walt über-glücklich vom Sessel auf und durch die Stube mit der Federin der Hand (Vult sah oben über die spanische Wand hineinund merkt' cs au) und ans Fenster und sah nichts und konnteden süßen Sturm kaum ans der Brust aufs Papier bringenund setzte sich wieder nieder! Darauf sagt' er überfließcnd:„Flöte immer, mein Vult, du störest mich nicht; ich gebe garnicht daraus Acht, sondern verspüre nur im Allgemeinen dasErtönen vorteilhaft." — „Sagt mir lieber, Ihr Kauz, vonwas ich jetzt auszuschweifcn habe in Euerem Kapitel, damitwir beisammen bleiben!" sagte Vult.
Neber dem Essen — bald auf Walts, bald auf VnltsZimmer — dehnten beide die Mahlzeit in die Länge, die ausEiner Porzion für zwei Menschen bestand, weil kein Wirthdie zweite hcrborgte (was jedoch das Bcisammenwohncn destoschöner motivirt), und zwar dadurch, daß sic mit höheremGcschmacke sprachen als mit körperlichem und mehr Worte alsBissen über die Zunge brachten. Sie rechneten aus, um wieviele Meilen die ersten Kapitel dem Magister Dyk schon näherwären, mit welchem Feuer der Hoppelpoppel ihn durchgrcifenund aus allen Fugen schütteln würde und ob das Druckenetwa, wenn cs .anginge, nicht so schnell fortgingc, daß mit
Jean Paul's auSgew. Werke. XIV. i«