126
lXo. 49. Blätter-Erz.
Beschluß der Reise.
Heiliger Morgen! Dein Than heilet die Blumen undden Menschen! Dein Stern ist der Polstern unserer dahin-getriebcnen Phantasien und seine kühlen Stralen bringen undsichren das verwirrte erhitzte Auge zurecht, das seinen eignenFunken nachsah und nächstes! —
Als noch viele Sterne in die Dämmerung schienen, riefder General den Notarius mit der frohesten Stimme ans demBette zur Berg-Partie; und dann nahm er ihn so liebreichauf — bis an die Stirnhaare lächelte er empor — daß Waltsehr beruhigt war und beseligt; der General, dacht' er, würdeganz anders mit mir reden, wenn er etwas wüßte. Wina'sAngesicht blühte voll zarter Morgen-Rosen; im Paradies amSchöpfungs-Morgen blühten keine voller».
Sie gingen zu Fuße dem zcrspaltenen Gebirge zu. DieStadt war tief still, nur in den Gärten rüstete schon einerund der andere Beete und Rosenhecken für den Frühling zu,und die Rauchsäulen des Morgcnbrods bogen sich über dieDächer. Draußen flatterte schon Leben aus, die Singdrosselwurde in den nahen Tannen wach, unten an der Fähre klangdas Posthorn herüber, und ans dem Gebirge donnerte derewige Wasserfall heraus. Die drei Menschen sprachen, wieman am Morgen Pflegt, gleich der grauen Natur um sic her,nur einzelne Laute. Sie sahen gen Osten, woran das Ge-wölle zu einem rothcn Vorgebirge des Tages anfing aufzu-