124
Wendel — und trug den Brautkranz jungfräulicher Sittsam-keit so lauge vor dem Bruder und jedem mit Ehren — —er hatte den Henker davon, wenn der verfluchte Schein undRuf hcrcingriff und ihm den gedachten Kranz vom Kopsezog, gesetzt auch, cs wuchs ihm nachher eine frische Märtyrcr-kronc nach.
Ihm wurde ganz warm, das Gesicht roth, der Blick irre,der Anstand wild: „gute Jakobine, sagt' er bittend, Sie er-rathen — cs ist so spät und still — mich und meinen Wunschgewiß." —
„Nein, sagte sic, halten Sie mich für keine Eulalia,H. v. Mcinau. Schauen Sic lieber die reine keusche Lunaan!" — sagte sie, und verdoppelte seinen Jrrthum. — „Siegeht — versetzte er und verdoppelte ihren — in einem hohenBlau, das kein Erden-Wurf durchrcicht. So will ich wenig-stens meine Thür znricgcln, damit wir sicher sind."
„Nein, nein," sagte sic leise, ließ ihn aber mit einemHanddruck los, um ihre Serviette zurechte zu falten. Erkehrte sich jetzt um, und wollte dem Nachtriegek zufliegen, alsetwas auf den Boden hinslog — ein Menschen - Gesicht.Jakobine schrie auf und rannte davon. Er nahm das Gesicht,es war die Maske des Larvcnherrn, den er für den bösenGenius gehalten.
Im Mondschein durchkreuzten sich seine Phantasien sosehr, daß cs ihm am Ende vorkam. Jakobine habe selber dieMaske fallen lassen und ihm und seinem armen Rufe nach-gcstellt. Er litt viel; — es richtete ihn nicht ans, daß er sichder besten Behauptungen seines Bruders erinnerte, daß z. B.solche Befleckungen des Rufs heut zu Tage, gleich den Fleckenvon wohlriechenden Wassern aus den Schnupftüchern und