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„Es ist doch sehr leicht, Hr. Harnisch" versetzte Wina,nicht spöttisch, sondern unbefangen, ohne aufzublicken.
Die Anrede: „Herr Harnisch" jagte den Empfänger der-selben wieder in die Denk- und Schweig-Karthause zurück.—„Wie kommt's — sagt' er, spät heraustretcud, uud den Strick-Faden wieder ausnehmend — daß nichts so rührend ist, alsdie Kleidungsstücke der lieben Kinder, z. B. dieses hier — so
ihre Hütchen — Schühchen?-Das heißet freilich am
Ende, warum lieben wir sic selber so sehr?" —
„Es wird vielleicht auch darum sehn — versetzte Wina,und hob die ruhigen vollen Augen zum Notar empor, dervor ihr stand — weil sie unschuldige Engel aus der Erdesind, und doch schon viele Schmerzen leiden."
„Wahrhaftig, so ist es — (beisteuerte Walt, indem Wina,wie eine schöne stille Flamme glänzend vor ihm aufstand, umihr Mädchen herzuklingeln) — Und wie dürfen Erwachseneklagen? — Ich will wahrlich das Sterben eines Kindes (setzt'er hinzu, uud folgte ihr einige Schritte nach) ertragen, abernicht sein Jammern; denn in jenem ist etwas so heilig-schauerliches." Wina kehrte sich um und nickte.
Luzie kam; Wina fragte, ob der General ihr nichts auf-getragen. Luzie wußte von nichts, als daß sie ihn in dennahen Garten hinein spazieren sehen. Rasch trat Wina ansmondhelle Fenster, athmetc Einmal recht seufzend ein, undsagte schnell: „den Schleier, Luzie! Und du weißt es gewiß,liebes Mädchen, und auch den Garten?" — Mit einer leisenStimme, wie nur eine mährische Schwester anstimmcn kann,versetzte Luzie: „ja, Gnädigste!" Wina warf den Schleierüber den Hut und redete, hinter diesem gewebten Nebel undfliegenden Sommer unbeschreiblich blühend und liebreizend.