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Schlucht nach, bis er an die sogenannte stille Stelle kam, dieer im Tagebuche so beschreibt:
„Die Felseu drängen sich einander entgegen und wollensich mit den Gipfeln berühren, und die Bäume daraus langenwirklich einander die Arme zu. Keine Farbe ist da als Grünund oben etwas Blau. Der Vogel singt und nistet undhüpst, nie gestört aus dem Boden, außer von mir. Kühleund Quellen wehen hier, kein Lüftchen kann herein. Einewiger dunkler Morgen ist da, jede Waldblume ist feucht, undder Morgenthau lebt bis zum Abendthau. So heimlich ein-gebauet, so sicher cingesassct ist das grüne Stillleben hier, undohne Band mit der Schöpfung als durch einige Sonnenstra-len, die Mittags die stille Stelle an den allgewaltigen Him-mel knüpfen. Sonderbar, daß gerade die Tiefe so einsam ist,wie die Höhe. Auf dem Montblanc fand Saussüre nichts alseinen Tag- und einen Nachtschmetterling, was mich sehr cr-sreuete. — Am Ende wurde ich selber so still, als die Stelle,und schlief ein. Ein Zaubertraum nach dem andern legtemir Flügel an, die bald wieder zu großen Blumenblätternwurden, auf denen ich lag und schwankte. Endlich war mir,als rufe mich eine Flöte beim Namen und mein Bruder stehedicht an meinem Bette. Ich schlug die Augen auf, allein ichhörte fast gewiß noch eine Flöte. Ich wußt' aber durchausnicht, wo ich war; ich sah die Baum-Gipfel mit Glut-Rothdurchflossen; ich entsann mich endlich mühsam der Abreise ausJoditz und erschrak, daß ich eine ganze Nacht und den pro-phezeieten Abend in Nosenhof hier verschlafen hätte; denn ichhielt die Röthe für Morgenröthe. Ich drängte mich durchden thruendcn Wald hindurch und auf meine Straße hinaus— ein prächtiges Morgen-Land faltete vor mir die glühenden