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14 (1848) Flegeljahre : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
63
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Welt sonderbar still um sich; nur das Geläute klang alleinund leise wie Schalmeien der Kindheit, und er wurde sehrbewegt. Er lief wieder und sang immer heißer:nasses Auge,armes Herz, siehst du nicht den Himmel und den Lenz unddas schöne Leben? Warum weinest du? Hast du was verlo-ren, ist dir wer gestorben? Ach ich habe nichts verloren, mirist nichts gestorben; denn ich habe noch nicht je geliebt, olass' mich weiter weinen!"

Zuletzt sang er nur einzelne Füße noch, ohne besondcrnZusammenhang er kam eiliger durch Beete durch grüneThäler über klare Bäche durch mittagsstille Dörfer

vor ruhendem Arbeitszeug vorbei aus dem Zaubcrkreis

der Höhen stand Zauberrauch der Sturmwind war ent-flohen, und am klaren Himmel blieb das große unendlicheBlaue zurück Vergangenheit und Zukunft brannten hellund nahe, entzündet von der Gegenwart der Blumenkelchdes Lebens umschloß ihn bunt-dämmernd, und wiegte ihnleise und Paus Stunde ging an.-

Jetzt ergriff mich schreibt er in seinem Tagebuchs

Pans Stunde, wie allemal aus meinen Reisen. Ich möchtewol wißen, woher sie diese Gewalt bekommt. Nach meinerMeinung dauert sie von 11 und 12 bis 1 Uhr; daher glau-ben die Griechen an die Pans-, das Volk an die Tags-Gei-sterstunde, auch die Russen*). Die Vögel schweigen um dieseZeit. Die Menschen schlafen neben ihrem Arbeitszeug. Inder ganzen Natur ist etwas Heimliches, ja Unheimliches, alswenn die Träume der Mittagsschläfer umherschlichen. In

*) Wenden und Nüssen nehmen eine, Glieder raubende, MittagS-Teufelin an. Lausitz. Monatsschrift 1797. 12. Stück.