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14 (1848) Flegeljahre : drittes und viertes Bändchen
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das Wölkchen unten im weiten Tempel war es Nacht.Walt, der Lutheraner, dem ein betendes Mädchen am Altäreeine neue himmlische Erscheinung war, zerfloß fast hinter ihremRücken in Licht und Feuer, in Andacht und Liebe. Als wäredie heilige Jungfrau aus dem bcflammten Altarblatte, woraufsie gen Himmel stieg, hcrabgczogcn aus die Stufen, um nocheinmal auf der Erde zu beten, so heilig-schön sah er dasMädchen liegen. Er hielt cs für Sünde, fünf Schritte weitvorzutretcn und der Beterin gerade ins fromme Angesicht zusehen, obgleich diese fünf Schritte ihn fünf goldne Sprossenauf der Himmelsleiter höher gebracht hätten. Zuletzt zwangihn sein Gewissen, gar selber wicwol er protestantischdachte hinter den stillen Gebeten einige eigne leichte zuverrichten; die Hände waren schon längst gehörig gefaltet ge-wesen, eh' er nur darauf gedacht, etwas dazu zu beten.

Es ist aber zu glauben, daß in der Welt hinter denSternen, die gewiß ihre eignen, ganz sonderbaren Begriffevon Andacht hat, schon das unwillkürliche Händefalten selberfür ein gutes Gebet gegolten, wie denn mancher hiesige Hand-druck und Lippendrnck, ja mancher Fluch droben für ein Stoß-und Schußgebct kursiren mag; indeß zu gleicher Zeit dengrößten Kirchenlichtern hicnicdcn die Gebete, die sie für denDruck und Verlag ohne alle Selbst-Rücksichten blos für fremdeBedürfnisse mit beständiger Hinsicht auf wahre männlicheKanzelberedtsamkcit im Manuskripte ausarbciten, droben alsbaarc Flüche angcschricben werden.

Wenn nun solche Lichter dort von einem und dem an-dern Engel des Lichts ausgcschneuzet werden, wenn solcheKonsistorialvögcl zu völligen Galgenvögeln gerupft im Himmelfliegen: so dürfen verkannte.Galgenvögel dieser Art in ihren