das Kopircn cinstclle, weil er morgen mit seiner Tochter nachLeipzig auf die Messe reise. Hier hörte das Singen aus undWalts kurzes Entzücken.
36. K o m p a ß in u s ch e l.
Träume aus Träumen.
Auf der Hellen Gasse war dem aus dem ZablockischenHause wankenden Notar, als sei ihm etwas aus den Händengezogen, etwa ein ganzer brennender Christbaum oder eineHimmelsleiter, die er an die Sonne anlegen wollen. Plötzlichsah er — ohne zu fassen, wie — die böse After-Sängerinoder Putzjungfer des Generals und vor ihr Wina gehen, indie katholische Kirche. Letztere macht' er ohne Umstände zurSimultankirche und trat der zarten Nonne nach, um von ihrdie Zeile: „wann, o Schicksal, wann wird endlich" fortsingcnzu hören; denn sein inneres Ohr hörte sie noch ganz deutlichauf der Gasse.
Im Tempel fand er sic kniecud und gebogen auf denStufen des Hochaltars, ihr schmuckloser Kopf senkte sich zumGebet, ihr weißes Kleid floß die Stufen herab. — Der Meß-priester in wunderlicher Kleidung und Bedienung machtegehcimnißvolle Bewegungen — die Altarlichter loderten wieOpferfcucr — ein Wcihrauchwölkchcn hing am hohen Feustcr-bogcn — und die nntergehcnde Sonne blickte noch glühenddurch die obersten bunten Scheiben hindurch und erleuchtete