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Vers — denn Raphaela verstand welsch, obwol er nicht —und ihr Name war darauf gestickt. Da er an diesem geistigenMorgen merkte, daß er einen provenzalischcn Ritter und Poetenzugleich in sich verbinde: so saßt' er den freien Entschluß,das Strumpfband — denn er hielt's für ein Armband —selber Raphaelen, die er bricsleseud schleichen sah, mit einigenbedeutenden Worten zu überreichen. Er legte das Bandweich vorn auf die flache Hand wie auf einen Präscntirtcllerund trug es ihr zart mit der Wendung entgegen — die eraus vielen andern über weltlichen Arm und Arm ans denWolken ausgclesen„er sei so glücklich gewesen, ein schönesBand der Liebe zu finden, eine Sehne an Amors Bogen,gleichsam den größer» Ring an schöner Hand, und er wissenicht, wer glücklicher sei, der so ihn abzöge oder der ihn an-legtc." Raphaela erröthetc beschämend-verschämt, nahm dasBand, steckt' es schnell ein und ging stumm fort; Walt dachte:fast ein gar zu zartes Gemüth!
Er brachte noch viel von seiner Morgcnsreude an dieWirthstafel; als er zu seinem Erstaunen da erfuhr — waser schon längst gewußt — daß an der Juden-Vigilie, amFreitag, die Katholiken fasteten. Er legte Messer und Gabelneben den Teller hin. Keinen Bissen — und war' er aus demNcichs-Ochsen in Frankfurt bei der Kaiscrkrönung ausgeschnittengewesen — hätt' er noch an die Zunge heben können. „Ichwill nicht köstlich schwelgen, dachte er, — betagtes Vaccine-flcisch war aufgesetzt — in der Stunde, wo eine so wohl-wollende Seele, wie Wina, darben muß." — Wie eine Ehe-frau, hatte er bei der Gleichgültigkeit gegen eigene Eß-Ent-behrungen ein weinendes Erbarmen über fremde. Er dachtenach und fand es immer härter, daß die Kirche auch Nonnen