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13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
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eine Jungfrau für die Korrespondentin eines Jünglings durchZurückgabe bestimmt zu erklären.

Die Musik fing wieder an. Wenn Töne schon ein ruhen-des Herz erschüttern, wie weit mehr ein tief bewegtes! Alsder volle Baum der Harmonie mit allen Zweigen über ihmrauschte: so stieg daraus ein neuer seltsamer Geist zu ihmherab, der weiter nichts zu ihm sagte als: weine! Und ergehorchte, ohne zu wissen wem es war, als wenn seinHimmel sich von einem drückenden Gcwölke Plötzlich abregnete,daß dann das Leben luftig-leicht, himmelblau und sonnen-glänzend und heiß da stände wie ein Tag die Töne be-kamen Stimmen und Gesichte diese Götterkindcr mußtenWina die süßesten Namen geben sie mußten die geschmückteBraut im Kriegsschiff des Lebens ans Ufer einer Schäfcrweltführen und wehen hier mußte sie ihr Geliebter, WaltsFreund, empfangen unter fremden Hirtenliedern und ihr rundumher bis an den Horizont die griechischen Haine, die Sen-ncnhütten, die Villen zeigen und die Steige dahin voll wacherund schlafender Blumen Er nöthigte jetzt Cherube vonTönen, die aus Flammen flogen, Morgenröthc und Blütenstaub-Wolken zu bringen, und damit Wina's ersten Kuß dämmerndeinzuschlcicrn und dann weit davon zu fliegen, um den stum-men Himmel des ersten Kusses nur leise auszusprechcn.

Auf einmal als unter diesen harmonischen Träumen derBruder lange aus zwei hohen Tönen schwebte und zitterte, dieden Seufzer suchen und saugen: so wünschte Gottwalt mit-zittcrnd, am Traum des fremden Glücks zu sterben. Da em-pfing der Bruder ein mißtöniges rauhes Lob; aber Waltenwar bei seiner heftigen Bewegung die äußere gar nichtzuwider.