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13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
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Walt ließ auf seinen Augen die Tropfen stehen, die ihmetwas von der Nacht des Blinden mittheilten. Er hörte dasTönen dieses ewige Sterben gar nicht mehr aus derNähe, sondern aus der Ferne kommen, und der HcrrnhutischeGottesacker mit seinen Abend-Klängen lag vor ihm in fernerAbendröthe. Als er das Auge trocken und hell machte: fieles auf die glühenden Streifen, welche die sinkende Sonne indie Bogen der Saalfcnster zog; und cs war ihm, als seh'erdie Sonne auf fernen Gebirgen stehen und das alte Heim-weh in der Menschcnbrust vernahm von vaterländischen Alpenein altes Tönen und Rufen und weinend flog der Menschdurch heiteres Blau den duftenden Gebirgen zn und flogimmer und erreichte die Gebirge nie O ihr unbeflecktenTöne, wie so heilig ist euere Freude und euer Schmerz! Dennihr frohlockt und wehklagt nicht über irgend eine Begebenheit,sondern über das Leben und Schn und eurer Thränen ist nurdie Ewigkeit würdig, deren Tantalus der Mensch ist. Wiekönntet ihr denn, ihr Reinen, im Menschenbusen, den so langedie erdige Welt besetzte, euch eine heilige Stätte bereiten, odersie reinigen vom irdischen Leben, wäret ihr nicht früher inuns als der treulose Schall des Lebens und würde uns euerHimmel nicht angeboren vor der Erde?

Wie ein geistiges Blendwerk verschwand jetzt das Adagio,das rohe Klatschen wurde der Lcitton zum Presto. Aber fürden Notar wurde dieses nur zu einer wildern Fortsetzung desAdagios, das sich selber löset, nicht zu einer englischen Farcehinter dem englischen Trauerspiel. Noch sah er Wina nicht;sie konnte cs vielleicht im langen himmelblauen Kleide sehn,das neben dem ihm zugewaudten Rücken saß, der nach denKopffcdern und nach der nahen Stimme zu schließen diein Einem fort, unter der Musik, die Musik laut pries