Druckschrift 
13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

113

oft ein Kind an nenn Väter, nämlich eine Komödie, nämlichAutoren. Und im Istcn Buch Mosis kannst du cs am aller-erstcu lesen, wenn du den Professor Eichhorn dazu liesest, derallein in der Sündfluth drei Autoren annimmt, außer demvierten im Himmel. Es gibt in jedem epischen Werke Kapi-tel, worüber der Mensch lachen muß, Ausschweifungen, diedas Leben des Helden unterbrechen; diese kann, denk' ich, derBruder machen und liefern, der die Flöte bläset. FreilichParität, wie in Reichsstädten, muß seyn, die eine Partei mußso viele Zensoren, Büttel, Nachtwächter haben als die andere.Geschieht nun das mit Verstand, so mag wol ein Werk zuHecken seyn, ein Leda's Ei, das sich sogar vom WölfischenHomer unterscheidet, an dem so viele Homcriden schrieben undvielleicht Homer selber."

Genug, genug, rief Walt. Betrachte lieber den himm-lischen Abend um uns her!" In der That blühten Lust undLebcnslob in allen Augen. Mehrere Gäste, die schon abgc-gcssen, tranken ihren Krug im Freien, alle Stände standenuntereinander, die Autoren mitten im tiei^-etnt. Die Fleder-mäuse schossen als Tropikvögel eines schönen Morgens um dieKöpfe. An einer Rosenstaude krochen die Funken der Johan-niswürmlcin. Die fernen Dorfglockcn riefen wie schöne ver-hallende Zeiten herüber und ins dunkle Hirtcngcschrei auf denFeldern hinein. Man brauchte so spät auf allen Wegen, nichteinmal in dem Gehölze, Lichter, und man konnte bei demSchein der Abendröthc die Hellen Köpft deutlich durch das hoheGctraide waten sehen. Die Dämmerung lagerte sich weit undbreit nach Westen hinein, mit der scharfen Mondkronc vonSilber auf dem Kopfe; nur hinter dem Hanse schlich sich,aber ungesehen, die große hohle Nacht-ans Osten heran. In

Jean Paul'S auSgeiv. Werke. X.HI. o