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13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
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kugel geladen: so fuhr cs durchs Thor und davon; unddurch das mit Augen bestellte Dorf und vor des KandidatenGlückwunsch flog der Notarius vorüber, oben sitzend, mit demGießbuckel des ersten Versuchs, als ein gebogenes Komma.Weg ist er!" sagte Lukas, und ging zu den Heuschobernhinaus. Still wischte die Mutter mit der Schürze das Augeund fragte den Großknccht, worauf er noch warte und gaffe.Nur Ein weinendes Auge hatte Goldine mit dem Tuche be-deckt, um mit dem andern nachzublicken, und sagte: cs geh' Ihmgut! und ging langsam in sein leeres Studirstübchen hinaus.

Bult eilte dem reitenden Bruder nach. Als er aber vordem Maienbaume des Dorfs vorüber ging, und am Fensterdie schönäugige Goldinc und im Hausgärtchen die einsameMutter erblickte, die mit tropfenden Augen, noch im Sitzengebückt, große Bohnen steckte und Knoblauch band: so über-strömte seines Bruders warmes mildes Blut plötzlich seinHerz, und er lehnte sich an den Baum und blies einen Kir-chcnchoral, damit beider Augen sich süßer löscten, und ihr Gc-müth ausginge; denn er hatte an beiden den kecken scharfenSeelen-Umriß innigst Werth gewonnen.

Es war Schade, daß der Notarius, der stimmt demSchimmel ans Wiescnflächen zwischen grünschimmerndcn Hü-geln, im blauen wehenden Tage flog, cs nicht wußte, daßhinter ihm sein Bruder sein fernes Dörfchen und gerührteliebe Herzen mit Echos erfülle. Oben aus einem Berge legteWalt sich auf den Hals des Flugpferds, um aus dem Ohrdie Druckkugel zu graben. Da er sie erwischt hatte: so tratdas Thier wieder gesetzter einher als ein Mensch hinter einerLeiche; und nur der Berg schob es herunter, und in der Ebeneging es, wie ein silberner glatter Fluß, unmcrklich weiter.