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13 (1848) Flegeljahre : erstes und zweites Bändchen
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der die Wunden mit Honig ans. O der Liebliche! Ich fühlt'es ordentlich, wie er Gott liebt und jedes Kind. Ach ichmöcht' ihn wol heimlich sehen, wenn er betete, und auch, wenner selber weinen müßte in einem großen Glück. - Ich fahresogleich fort," unterbrach sich Walt, weil er vor Rührungnicht sortsahren konnte; bezwang sich aber etwas leichter, alser umher- sah, und gar keine sonderliche Fremde fand.

Er sagte fuhr er fort die besten Sachen. Gott,sagt' er, gibt in der Natur wie die Orakel die Antwort, eh'die Frage gethan ist desgleichen, Goldinc, was unsSchwefelregcn der Strafe und Hölle daucht, offenbart sich zu-letzt als bloßer gelber Blumcnstaub eines zukünftigen Flors.Und einen sehr guten Ausspruch Hab' ich ganz vergessen, weilich meine Augen zu sehr auf seine richtete. Ja da war die

Welt rings umher voll Zauberspiegel gestellt, und überall

stand eine Sonne, und aus der Erde gab es für mich keineSchmerzen, als die seiner lieben Augen. Liebe Goldine, ichmachte aus der Stelle, so begeistert war ich, den Polymcter:doppelte Sterne erscheinen am Himmel als Einer, aber o Ein-ziger, du zergehest in einen ganzen Himmel voll Sterne.

Dann nahm er meine Hand mit seiner sehr weichen, zarten,und ich mußte ihm unser Dorf zeigen; da sagt' ich kühn denPolymcter: seht, wie sich alles schön verkehrt, die Sonne folgtder Sonnenblume. Da sagt' er, das thuc nur Gott gegendie Menschen, der sich mehr ihnen zuwcnde als sie ihm.

Darauf ermunterte er mich zur Poesie, scherzte aber artigüber ein gewisses Feuer, was ich mir auch morgen abgc-wöhne; Gefühle, sagt' er, sind Sterne, die blos bei HellemHimmel leiten, aber die Vernunft ist eine Magnetnadel, diedas Schiff noch ferner führt, wenn jene auch verborgen sind