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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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Zweigen stehende Brücke war, sah er ans dem breiten silber-weißen Gartenwege die sanfte Gesellschaft langsam gehen under pries Lianen selig, die nun an ihr bewegtes Herz das müt-terliche drücken konnte. Die Kleine drehte sich oft tanzendum und sah ihn vielleicht, aber niemand wandte sich zurück.Durch die nachgctragne Harfe riß sich der Morgenwind undführte von den erregten Saiten Töne wie von Aeolsharsen mit sichweiter; und der Jüngling hörte wchmüthig dem zurückklingen-dcn Fliehen wie von Schwanen zu, die über die Lander eilen,indeß hinter ihm das leere Thal einsam in den flötenden Hir-tcnliedcrn der Liebe sortsprach und ihn wehende nachziehendeLaute matt und dunkel erreichten. Aber er ging auf den Bergdes Altars zurück; und da er über die Helle Gegend schauetcund noch die fernen weißen Gestalten gehen sah, ließ er seineganze schöne Seele weinen Und hier schließe sich der reichsteTag seines jungen Lebens!

Aber, ihr guten Menschen, die ihr ein Herz tragt undkeines findet, oder die ihr die geliebten Wesen nur in undnicht an dem Herzen habt, bild' ich nicht alle diese Gemäldeder Wonne, wie die Griechen, gleichsam an den Marmorsärgeneuerer umgclegtcn schlafenden Vorzeit ab? Bin ich nicht derArchimimus, der vor euch die zerfallnen Gestalten nachspielt,die euere Seele begrub? Und du, jüngerer oder ärmerer Mensch,dem die Zeit statt der Vergangenheit erst eine Zukunft gab,wirst du mir nicht einmal sagen, ich hätte dir manche seligeGestalten wie heilige Leiber verbergen sollen aus Furcht, duwürdest sie anbetcn, und wirst du nicht dazusetzcn, du hättestohne diese Phönix-Bildnisse leichtere Wünsche genährt undmanche erreicht? Und wie wehe Hab' ich dann euch allem

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