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einen heftiger» Eindruck als alle Zeichen der Heilung; sie be-merkte nur die Thräncn, aber nicht die Worte Linnens: o wieruht Er so schön!—„Aber warum ruht er?" (sagte ihr Bru-der mit jener aus dem Innersten murmelnden Stimme, diesie von seiner Liebhaber-Bühne her kannte; und faßte ihreHand erschüttert, weil er und sie einander innig liebten, undseine Lava brach nun durch die dünne Rinde) — „darum —„weil das Herz aus seiner Brust geschnitten ist, weil darin„das Fcuerrad der Entzückung, das Schöpfrad der Thränen„nicht mehr geht." —
Diese tyrannische Erinnerung an die Leichenöffnung wirktefürchterlich auf die kranke Liane, und sie mußte die Augen vonder zngcdeckten Brust abwenden, weil der Schmerz mit einemLnngcnkrampfc den Athem sperrte; und doch fuhr der wilde,andere wie sich verheerende Mensch, der vorher neben der stei-fen Leichcngardc geschwiegen hatte, im doppelten Zertrümmernfort: „fühlst du, wie sich dieser Fangeball des Schicksals, die-„scs Jxionsrad der Wünsche so schmerzlich in uns bewegt? —„nur die Brust ohne Herz wird ruhig." —
Auf einmal schauetc Liane länger und starrer auf dieLeiche —- eine eiskalte Schneide, wie von der Todessichel,drückte sich durch das warme Gehirn — die Trauerkerzen brann-ten (schien es ihr) trüber und trüber — dann sah sie im Win-kel des Zimmers eine schwarze Wolke spielen und aufwachscn— dann sing die Wolke zu fliegen an und stürzte voll hcr-ausquellender Nacht über ihre Angen — dann schlug die dickeNacht tiefe Wurzeln in den wunden Augen, und die erschrockneSeele konnte nur sagen: „ach, Bruder, ich bin blind."
Nur der harte Mann, aber kein Weib wird es fasten,daß in Roquairols entsetzlichen Schmerz einige ästhetische Freude