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10 (1848) Titan : erster Band
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einen heftiger» Eindruck als alle Zeichen der Heilung; sie be-merkte nur die Thräncn, aber nicht die Worte Linnens: o wieruht Er so schön!Aber warum ruht er?" (sagte ihr Bru-der mit jener aus dem Innersten murmelnden Stimme, diesie von seiner Liebhaber-Bühne her kannte; und faßte ihreHand erschüttert, weil er und sie einander innig liebten, undseine Lava brach nun durch die dünne Rinde)darumweil das Herz aus seiner Brust geschnitten ist, weil darindas Fcuerrad der Entzückung, das Schöpfrad der Thränennicht mehr geht."

Diese tyrannische Erinnerung an die Leichenöffnung wirktefürchterlich auf die kranke Liane, und sie mußte die Augen vonder zngcdeckten Brust abwenden, weil der Schmerz mit einemLnngcnkrampfc den Athem sperrte; und doch fuhr der wilde,andere wie sich verheerende Mensch, der vorher neben der stei-fen Leichcngardc geschwiegen hatte, im doppelten Zertrümmernfort:fühlst du, wie sich dieser Fangeball des Schicksals, die-scs Jxionsrad der Wünsche so schmerzlich in uns bewegt?nur die Brust ohne Herz wird ruhig."

Auf einmal schauetc Liane länger und starrer auf dieLeiche- eine eiskalte Schneide, wie von der Todessichel,drückte sich durch das warme Gehirn die Trauerkerzen brann-ten (schien es ihr) trüber und trüber dann sah sie im Win-kel des Zimmers eine schwarze Wolke spielen und aufwachscn dann sing die Wolke zu fliegen an und stürzte voll hcr-ausquellender Nacht über ihre Angen dann schlug die dickeNacht tiefe Wurzeln in den wunden Augen, und die erschrockneSeele konnte nur sagen:ach, Bruder, ich bin blind."

Nur der harte Mann, aber kein Weib wird es fasten,daß in Roquairols entsetzlichen Schmerz einige ästhetische Freude