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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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Jahre, worin der Mensch seine ersten Gedichte nnd Systemeliefet und macht, wo der Geist seine ersten Welten schafft undsegnet, und wo er voll srischer Morgcngedankcn die ersten Ge-stirne der Wahrheit kommen sicht, tragen einen ewigen Glanzund stehen ewig vor dem sehnenden Herzen, das sie genoffenhat und dem die Zeit nachher nur astronomische Ephemeridcnnnd Ncfrakzionstabellcn über die Morgengestirne reicht, nurveraltete Wahrheiten und verjüngte Lügen! O damalswurd' er von der Milch der Wahrheit wie ein frisches dursti-ges Kind getränkt und großgczogen, später wird er von ihrnur als ein welker skeptischer Hektikus kurirt! Aber dukannst freilich nicht wiederkommen, herrliche Zeit der erstenLiebe gegen die Wahrheit, und diese Seufzer sollen mir ebennur deine Erinnerung wärmer geben; und kehrst du wie-der, so geschieht cs gewiß nicht hier im tiefen niedrigen Gru-benbaue des Lebens, wo unsere Morgcnröthe in den Gold-slämmlcin aus dem Goldkiese besteht und unsere Sonne imGrubenlicht nein, sondern dann kann es geschehen, wennder Tod uns aufdeckt und den Sargdeckel des Schachtes vonden tiefen blaßgelbcn Arbeitern wegreißet, und wir nun wie-der wie erste Menschen in einer neuen vollen Erde stehen undunter einem frischen unermeßlichen Himmel!

In dieses goldne Zeitalter seines Herzens fiel auch seineBekanntschaft mit Rousseau und Shakspeare; wovon ihn jenerüber das Jahrhundert erhob und dieser über das Leben. Ichwill cs hier nicht sagen, wie Shakspeare in seinem Herzengebietend regierte nicht durch das Athmen der lebendigenCharaktere, sondern durch die Erhebung aus dem irdischenlauten Reiche ins stumme unendliche. Wenn man Nachts denKops unter das Wasser taucht: so ist eine fürchterliche Stille

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