Druckschrift 
10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
Seite
149
Einzelbild herunterladen
 

149

gangen noch versteckte. Der Wald wuchs in der Mitte zueinem blühenden Berge auf, den breite Sonnenblumen, Frucht-schnürc von Kirschen und blinkende Silberpappeln und Roscn-bäume in so künstlicher Verschränkung cinhüllten und umliefen,daß er vor den malerischen Irrlichtern des Mondes ein ein-ziger ungeheurer Kcffclbaum voll Früchte und Blüten zu sehnschien. Albano wollte seinen Wipfel besteigen, gleichsam dieSternwarte des unten ausgcbreitetcn Himmels oder Lilars;er fand endlich am Walde einen offnen Laubengang.

Die Lauben drehten ihn in Schraubengängen in eineimmer tiefere Nacht hinein, durch welche nicht der Mond, son-dern nur die stummen Blitze brechen konnten, von denen derwarme Himmel ohne Wolken übcrschwoll. Der Berg hob dieZaubcrkreise immer kleiner aus den Blättern in die Blütenhinaus zwei nackte Kinder hatten unter Myrten die Armeliebkosend einander um die zugeneigtcn Köpfe gelegt, es warendie Statuen von Amor und Psyche Roscnnachtfalter lecktenmit kurzen Zungen den Honigthau von den Blättern ab, unddie Johanniswürmchen, gleichsam abgesprungcnc Funken derAbcndglut, wehten wie Goldfaden um die Roscnbüsche erstieg zwischen Gipfeln und Wurzeln hinter dem aromatischenTreppengeländer gen Himmel, aber die kleine mit ihm hcrum-laufendc Spiralallec vcrhing die Sterne mit purpurnen Nacht-violen und die tiefen Gärten mit Orangegipfeln ' endlichsprang er von der obersten Sprosse seiner Jakobsleiter mitallen Sinnen in einen unbedeckten lebendigen Himmel hinaus;ein lichter Berggipfel, nur von Blumenkelchen bnntgcsäumt,empfing ihn und wiegte ihn unter den Sternen, und ein weißerAltar leuchtete hell neben ihm im Mondcnlichtc.-

Aber schaue hinunter, feuriger Mensch mit deinem frischen