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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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die Höhe; Albano fühlte zugleich ein weites tiefes Weh undeine quälende Fieber-Wärme in seinen vom Tode ausgchöhltenHerzen. Auf eine sonderbare Art mengten sich bei seinemmusikalischen und poetischen Phantasiren auf dem Oesterlcin-schen Flügel die geträumten Töne von Lianens Stimme unddas tönende Weinen, die Harmonika, die sic spielen konnte unddie er nie gehört, gleichsam als ihr Schwanengcsang mit sei-nen Harmonien zusammen. Aber nicht genug: er schrieb so-gar heimlich ein Trauerspiel (du gute Seele!), worin eralle seine zartesten und bittersten Gefühle mit nassen Augenauf fremde Lippen legte aber sic fürchterlich unsachte, in-dem er sie ausdrückte. Jeder kann merken, daß er damitdem Schwätzer und Spione, dem Zufälle, entgehen wollte;aber nicht jeder merkt etwas ganz Eigenes; in fremdemNamen dürs' er, glaubt' er, dem tiefen Schmerze eine heftigereSprache geben, zu welcher er in seinem vor so vielen stoi-schen klassischen Helden verschämt den Muth nicht hatte. Soaber konnten die Klassiker nichts anfangen.

Das stille warme Schwärmen wuchs unter dieser bedecken-den heißen Glasglocke noch viel größer; nämlich dergestalt, daßer die Pflcgecltcrn rührend bat, ihn am ersten Pfingsttage zum h. Abcndmahle zu lassen. Die Baufälligkeit der Dorskirche,worin man es schwerlich ein Jahr später nehmen konnte, mußtefür ihn so gut, wie die körperliche für Liane sprechen. Ewigwird den armen durch Leiber und Wüsten zertheiltcn Mcnschcn-scelen die Sehnsucht bleiben, miteinander wenigstens zu gleicherZeit dasselbe zu thun, zu Einer Stunde Blicke an den Mond,oder Gebete über ihn hinauf (wie Addison erzählt); und soist dein Wunsch, Albano, ein menschlicher, zarter, mit deinerunsichtbaren Liane zu Einer Stunde an der Altarstuse zu