stark, dic doch mehr am Kopfe als am Willen siechen. Ich kannmich hier freudig auf jeden denkenden Leser berufen, ob er sich je,wenn er eben ungewöhnlich eitel cinhertrat, tiefe Gewissensbisseoder Mißtöne im Ich verspürt zu haben entsinnt, welche doch nie-mals fehlten, wenn er sehr log oder zu hart war; er nahm viel-mehr ein ungemein liebliches Schaukeln seines innern Menschenin der Paradewicge wahr. Daher wird ein Eitler so schwer wie einSpieler kurirt. Aber auch noch darum: dic meisten Sünden sindKasualpredigtcn und Gelegenheitsgedichte und müssen häufig aus-gcsctzct werden, vom 3tcn bis lOtcn Gebote inelns. — Die Ehe,den Sabbath, das Wort kann man nicht zu jeder gegebenen Stundebrechen.— Vcrläumdcn kann einer so wenig als kegeln oder duel-liren mit sich selber — viele beträchtliche Laster sind nur an derOstermessc — oder am Ncnjahrstagc — oder im Calais ro^al,— oder im Vatikan zu verüben — manche königliche, markgräs-lichc, fürstliche im ganzen Leben nur einmal — manche garnicht, z. B. dic Sünde gegen den h. Geist. —> — Hingegensich innerlich preisen und bekränzen kann einer Tag und Nacht,Sommer und Winter, an jedem Orte, auf dem Katheder, imPrater, im Gencralszcltc, hinten auf der Schlittenpritschc, ausdem Fürstcnstuhlc, m ganz Deutschland, z. B. in Weimar.Wie? und diese percnnircndc Balsamstaudc, die den innen:Menschen immerwährend anräuchert, sollte man sich ausziehenoder beschneiden lassen?-
19. Z y k c l.
Alle diese Geschäfte und Dornen waren für Albano rechtgute spitze Erdbebcn-Ableitcr, da in seiner Brust schon mehrunterirdische Gewittcrmatcrie umherzog, als zum Zersprengen