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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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Herz. Wehrfritz kannte dieses stumme Verbeißen; glcichwolhandelte er so, als Hab' ihn Albano nicht verstanden.

Nun fing auch der Wiener an, in alle Ecken und Nischendes ministerialischcn Vatikans Leuchtkugeln zu werfen, blosum seine Tanz- und Musikschüler darin und sich selber günstigzu beleuchten. Kann nicht die Tochter des Ministers, kaumzehn Jahre alt, alle neue Sprachen und die Harmonika, dieAlbano noch nicht einmal gehöret, und schon vierhändige So-naten von Kotzeluch und fingt wie die Nachtigall schon in un-belaubten Acstcn und zwar Opcrnauszüge, die ihre zarte Nach-tigallenbrust aushöhlcn, daher er sortgcmnßt? Ja, kann derBruder nicht noch weit mehr und hat alle Lcsebibliothckenausgelesen, besonders die Theaterstücke, die er noch dazu aufLiebhabcrbühnen auch spielt? Und wird er nicht geradein dieser Stunde im heutigen I,nl innsgue seine Sache rechtgut machen, wenn er anders da den Gegenstand antrifft, derihn begeistert? Wehmeicr that Unrecht, daß er unscrmJuwelcnkolibri Falterle gegenübersaß als eine Ohrenle oderVogelspinne, die bereit ist, den Kolibri jede Minute zurupfen und zu fressen. Wahrlich, Falterle sagte nichts ausBosheit, er konnte niemand verachten und hassen, weil seinegeistigen Augen in seinem aufgcschwollcnen Ich so tief saßen,daß er damit gar nicht über das geschwollene Ich hcrausschauenkonnte, er verletzte keine Seele und umflog die Leute nur wie einstiller Schmetterling, nicht wie eine stechende sumsende Bremse,und sog kein Blut, sondern Honig (d. h. ein kleines Lob).

Sollte sich wol, H. v. Falterle, (sagte Wehrfritz, deralsdann, sobald er nur diesen kalten Wctterstral auf Albanoheruntcrgcthan hätte, diesen nicht mehr fliehend und kalt an-schielcn wollte) der junge Minister zuweilen aus eine Vogel-

Jean Paul's ausgew. Werke. X. s