über, und er erinnerte sich desselben mit weicher Regung, wiewir uns alle in der Jugend der Kindheit, im Alter der Ju-gend, sogar Abends des Morgens — und die Bilder der Na-tur rückten näher heran und bewegten ihre Augen wie katho-lische. So bringt uns die Gegenwart nur Bilder zu optischenAnamorphosen, und erst unser Geist ist der erhabne Spiegel,der sie in schöne Menschen - Formen umstellet. Mit welchemsüßen Untertauchen in Träume that er, wenn er dem östlichenWehen cntgcgenging, die Augen zu, und zog das Getöse derLandschaft, das Schreien der Hähne und Vögel und eine Hir-tenflöte gleichsam tiefer in die vcrschattete Seele hinein! Undwenn er dann am Gestade des Berges die Augen wieder öff-nete, so lagen friedlich drunten im Thale die geweideten wei-ßen Lämmer neben dem Flötcnistcn und oben am Himmel la-gerten sich die glänzenden Lämmerwolkeu über sie hin! —
Inzwischen mocht' cr's einmal versehen und blind zu weitin das Gärtchen — die Blinde sah ohnehin nicht — tappen,die Arme offen voraushalteud, um sich nichts auszustoßcu —als an seiner Brust eine zweite anlag, und er aufsehend dasbebende Mädchen so nahe an sich fand, das seitwärts abgebo-gen stammelte: ach nein, ach nein! — „Ich bin's nur (sagte„der Unschuldige, sie fassend), ich thue dir ja nichts!" —Und er hielt sie, als sie dcmüthig-surchtsam vertrauete, nochein wenig fest und schauetc auf den gebückten Kopf mit süßerRegung nieder.
Herzlich gern hätt' er der Erschreckten Schmerzcngclderund Bcnefiziate in dieser Komödie für die Armen gegeben; erhalt' aber nichts bei sich, bis ihm zum Glück seine SchwesterRabette >— von welcher Bandagistin er irrig schloß, daß meh-rere Mädchen des Teufels aus Bänder sind, und sie wie Ta-