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geographische Leser wissen, Haarhaar. Der Lektor erzähltedem Bibliothekar neben den Gränzwappen nnd Gränzstcinen,daß beide Höfe sich säst als Blntfeinde ansähen, nicht sowolweil sic diplomatische Verwandte wären — da unter Für-sten Vetter, Oheim, Bruder nicht mehr bedeuten, wie beiPostillonen Schwager und bei alten Brandenburgern Vateroder Mutter — als weil sie wirkliche wären und einanderbeerbten. Es würde mir zu viel Platz wegnchmen, wenn ichdie Sippschastsbäume beider Höfe — die ihre Gift- undDrachenbäume wurden — mit allen ihren heraldischen Blät-tern, Wasscrschößlingen und Flcchtmooscn für den Leser hercin-sctzen wollte; das Resultat kann ihn beruhigen, daß dem Haar-haar'schen Fürstenthume Hohcnfließisches Land nnd Leute zu-stürben, falls der Erbprinz Luigi, der letzte hohlröhrigc Schußnnd Fechser des Hohenfließer Mannsstammes, verdorrte.Welche Hcerden von venezianischen Löwenköpsen Haarhaarins künftige Erbland treibt, die da nichts verschlingen sollenals gelehrte Anzeigen und Wundzettel — und welche Spitz-bubenbandc von politischen Mechanikern es da wie in eineBotany-Bai aussctzt, ist gar nicht zu sagen aus Mangel anZeit. Doch ist Haarhaar aus der andern Seite wieder sobrav, daß es nichts so herzlich wünscht als den höchsten Flordes Hohenfließer Finanz-Etats, Handels, Acker- und Seiden-baues und Gestütes, und daß es im höchsten Grade jedeöffentliche Verschwendung, diese Entncrvung des großen Jn-terkostal-Nervens (des Geldes) — als das stärkste kanonischeImpediment aller Bevölkerung hasset und verflucht: „der Rc-„gent (sagt der ächt menschenfreundliche Fürst von Haarhaar)„ist der Ober-Hirt, nicht der Schächter des Staats, sogar„die Wollcnscheere nehm' er nicht so oft als die Hirtenflöte
Jean Paul'« ausgew. Werke. X. g