69
Ich komme nun ans den geheimen Legazionsrath vonHafenrcffer, welcher der Gegenstand meiner versprochnen Sach-erklärung ist.
Aus dem lösten Hundsposttage sollt' cs einmal bekanntsehn, wer Flachsenfingen beherrscht — nämlich mein H. Vater.Im Grunde war meine so frappante Standescrhöhung mehrein Schritt als ein Sprung; denn ich war vorher schonJurist, mithin schon die Knospe oder das Blütcnkätzchen einesnoch eingcwickeltcn Doktors »triusguo, und folglich ein Edel-mann, da im Doktor der ganze Rogen und Dotter zum Rittersteckt; daher er auch so gut wie dieser, wenn gerade etwasvorbeigcht, vom Sattel oder Stegreif lebt, wicwol wenigerin einem Ranbschlosse als Raubzimmer. Ich habe also seitdem Avancement weniger mich geändert als mein Nefidenzschloß
— das väterliche in Flachscnfingcn ist gegenwärtig meineignes.
Ich mag nun nicht gern am Hofe mein Zuckcrbrod mitSünden essen — wicwol man gemächlicher Zucker- und Him-mclsbrod erwirbt als Schiffsbrod — sondern ich stelle, umzu wuchern mit meinem Schiffspfunde, das ganze Flachsen-fingischc Departement der auswärtigen Angelegenheiten zuHause im Schlosse vor, sammt der erforderlichen Entziffernngs-kanzlei. Das will aber gcthan sehn: wir haben einen Pro-knrator in Wien — zwei Residenten in fünf Reichsstädten —einen Komizialsckrctarius in Regcnspurg unter der Qnerbank
— drei Kreis-Kanzlisten und einen bevollmächtigten Lnvo^ean einem bekannten ansehnlichen Hose unweit Hohcnflicß, wel-ches eben der obgedachtc Herr Lehnprobst von Hascnrefferist. Letzcrem hat sogar mein H. Vater ein vollständigesSilberservice vorgestrcckt, das wir ihm lassen, bis er den