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10 (1848) Titan : erster Band
Entstehung
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ten und sumsctcn sie stillcr-genießcnd mit Bienenflügcln undBicncurüsselu durch die honigrciche Flora der Insel; und siehatten jene heitere Unbefangenheit der Kinder, der Künstlerund der südlichen Völker, die nur den Honigbchälter der Mi-nute ausnascht; und daher fanden sie an jeder anfallendenWelle, an jedem Zitronenspalier, an jeder Statue unter Blüten,an jedem rückenden Widerschein, an jedem fliehenden Schiffemehr als eine Blume, die den gefüllten Kelch weiter unter demwarmen Himmel aufmachte, anstatt daß es uns unter unsermkalten wie den Bienen geht, vor denen Maifröste die Blumenverschließen. O die Insulaner thuu Recht. Unser größ-ter und längster Jrrthum ist, daß wir das Leben, d. h. sei-nen Genuß, wie die Materialisten das Ich, in seiner Zu-sammensetzung suchen, als könnte das Ganze oder dasVerhältniß der Bestandtheile uns etwas geben, das nicht jedereinzelne Theil schon hätte. Besteht denn der Himmel unsersDascyns, wie der blaue über uns, aus öder matter Luft,die in der Nähe und im Kleinen nur ein durchsichtiges Nichtsist und die erst in der Ferne und im Großen blauer Aetherwird? Das Jahrhundert wirft den Blumensamcn deiner Freudenur aus der porösen Säcmaschiue von Minuten; oder vielmehran der seligen Ewigkeit selber ist keine andere Handhabe als derAugenblick. Das Leben besteht nicht aus 70 Jahren, sondern die70 Jahre bestehen aus einem fortwchcndcn Leben, und man hatallemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wenn man will.

3. Z Y k e l.

Endlich als die drei Frohen sich in die Tafelstube einesLorbeerwaldes vor ihre Speis- und Trankopfer, die Schoppezu Sesto ins Proviantschiff eingepackt hatte, niedersetzen woll-