8
viele gewünscht, er wäre von Marmor und stände mit alternversteinerten Göttern entweder im Farnesischcn Pallast oder imKlemcntinischen Museum oder in der Villa Albani; ja hattenicht der Bischof von Novnru mit seinem Degen an der Seitevor wenigen Stunden bei Schoppen, der zuletzt ritt, nachge-sragt, wer cs sei? Und hatte nicht dieser mit einer närrischenQuadratur seines Runzeln-Zirkels um die Lippen weitläuftigversetzt (um dem geistlichen Herrn Licht zu geben): „mein Te-„lcmach ist's, und ich mache den Mentor dabei — ich bin die„Rändelmaschinc und der Prägstock, der ihn münzt — der„Glättzahn und die Plattmühlc, die ihn bohnt — der Mann,„der ihn regelt?" —
Die jugendlich warme Gestalt Ccsara's wurde durch denErnst eines nur in die Zukunft vertieften Auges und einesmännlich-festgeschlosscncn Mundes und durch die trotzige Ent-schlossenheit junger frischer Kräfte noch mehr veredelt; erschiennoch ein Brennspiegcl im Mondlicht, oder ein dunkler Edel-stein von zu vieler Farbe zu sehn, den die Welt, wie andereJuwelen, erst durch Hohlschleifcn lichtet und bessert. —
In dieser Nähe zog ihn die Insel, wie eine Welt die an-dere, immer heftiger an. Seine innere Unruhe stieg durch dieäußere Ruhe. Noch dazu stellte Dian, ein Grieche von Ge-burt und ein Künstler, welcher lkolu llelln und Isoln mnäreöfters umschifft und nachgezcichnct hatte, ihm diese Prachtkcgelder Natur in feurigen Gemälden näher vor die Seele; undSchoppe gedachte des wichtigen Menschen öfters, den der Jüng-ling morgen zum erstcnmalc sehen sollte. Als man unten aufder Gasse einen sestschlasenden Greis vorübcrtrug, dem dieuntcrgehcnde Sonne Feuer und Leben in das markige stark-gegliederte Angesicht warf, und der eine nach italiänischer Sitte