300
verlangen können — sobald man lebendige nur adelt — alsdaß sic gefürstet werden. Ich füge diesen Vorschlag für Luthervergnügt dem Gelbe bei, das schon cingckommcn. Ein Mannwie Luther, welcher die Steigbügel, die sonst Fürsten demPapste unterhielten, abschnitt und ihnen reichte, damit sie sel-ber anfstiegcn, verdient wol am ersten zu dem nacherschaffcn zuwerden, was er selber wieder schuf — znm Fürsten.
Ich erwarte eher alles andere von der Ncichshofkanzlci,als — den Adel nicht ausgenommen — Weigerungen, ver-drießliche Mienen, abgeschlagen wie gebeten, Sätze des Wider-spruchs, und zwar blos darüber und darum, weil Luther schontodt sei. Wenn cr's ist, wie ich einräumen will, so ist der-gleichen seiner Standcrhöhung nicht mehr nachtheilig, als einähnlicher Tod der vier bürgerlichen Ahnen, die geadelt einemneuen Edelmann unter der Erde vorausgeschickt und nnterge-bcttet werden. Was den Beweis fürstlicher Einkünfte anlangt,den Luther in Wien zu führen hat, so thut der Reformatornur dar, daß er in Eisleben keinen Heller Ausgaben hat imSarge; — wodurch er ein so herrliches Nivellircn zwischenEinnahme und Ausgaben beweiset, daß ihm wol wenige Für-sten glcichkommcn dürsten. — Stammbäume werden gewöhn-lich mit einer Null von den Wappenkünstlcrn angefangen —wie oft von den Zweigen sortgepflanzt; — bei dem verewig-ten Luther würde sie ja eben so gut den Ewigkeitzirkcl, seinenEhering und den päpstlichen Fischcrring, und überhaupt vielbedeuten.
Ich las bisher zu meiner Freude manchen Vorschlag, anLuthers Prnnktempel etwas Reelles, Nntzenhaftes, irgend einSchul- oder Armenhaus anznschlingcn, damit das clulcs sichauf einem utile höbe. Ich glaube darin mein Deutschland