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Nirgend ist aber wol parzielle Taubheit von größeremNutzen, als da, wo sie am häufigsten anzuwenden ist, imSprech- oder Hörzimmer, das größte auf der Erde, wenndiese cs nicht selber ist. Da es aus der einen Seite so un-schicklich ist, einen Nebenmenschen mitten in seiner Rede stehenzu lassen und davon zu gehen — oder auch ihm ganz laß undabgespannt zuzuhören — oder vollends vor seiner Unterhal-tung beide Ohren zuzuhaltcn — und da doch auf der andernSeite in mehren deutschen Reichskreisen und Zirkeln und cer-«Is8 fast an jedem Abend Dinge gesagt werden, an welcheman sich den Morgen darauf mit der größten Langweile er-innert: so kenn' ich kein größeres Glück, ich meine keine schö-nere Ausgleichung zwischen Selber- und Menschen-Liebe, alslinke Taubheit; vergnügt und munter ruh' ich vor meinemgesprächigen Nachbar auf der Hand mit dem rechten Ohreum es zu decken, und betreibe ohne Händel und Skandal (dasVcxirohr halt' ich ihm offen hin) meine innern Angelegen-heiten während der auswärtigen.
Dieß alles muß jetzt viel weitläustiger gesagt, und dannwiederholt werden.
Jeder hat Stunden, wo er klagt, daß sie ihm langweilighinflössen, weniger wegen Mangel an Gesellschaft, als wegenDaseyn derselben. —
Jeder hat gesellige Tage, die er Novemberheste des Lebensnennt, um figürlich und beißend zu sehn — er will nämlichdamit entweder sagen, jede Sache werde in Gesellschaften zwei-mal gesagt, gleichsam von Doppelspathcn gezeigt, oder sonstetwas. —
Jeder Deutsche hat Jahre, wo er über neue Auflagen desVademekums in Gesellschaften ergrimmt — über die münd-