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VII.
Das Glück, auf dem linken Ohre taub zu seyn.
Der Verfasser dieses Aussatzes, der das eben gedachteGlück schon von Kindheit auf genossen, wird sich für belohntansehcn, wenn er durch ihu einige Leser der Zeitung für dieelegante Welt, die vielleicht Jahre lang einhörig, wie Kanteinäugig, gewesen, ohne es zu wissen, anrcizt, daß sie ein Ohrum das andere zuhalten, um zu erforschen, ob etwan einesdavon die Gaben seines linken hat.
Außer der Wasscrspitzmaus — die bekanntlich im Wasserdie Ohren mit Klappen schließen kann — und außer denFledermäusen mit Ohrdeckeln, wüßt' ich niemand, am wenig-sten Menschen, welche ähnliche, den Augenlicdern gleiche,Ohrcnliedcr hätten; fast jeder hört, und zwar selten die an-genehmsten Sachen. Ist man hingegen mit einseitiger Taub-heit versehen, so wird leicht — mit Einem Finger — zwei-seitige auf so lange, als man's braucht, zusammcngebracht;besonders sieht der Einhörige vier Plätze — gleichsam vierFreudenwclttheilc — vor sich aufgethan, den Musiksaal,das Schauspielhaus, das Gcsellschaftzimmer unddas Bette.
Ich will, wenn es verziehen wird, die Leser in die vierPfähle meines Himmels hinein führen, mögen auch sic einigetaube Blüten der Freude pflücken.
Einseitige Taubheit ist in einem Musiksaale, wo manweniger Ton- als Mißtonkünstler zu genießen bekommt, viel-Zean Paul'S auSgew. Werke. XV. lg