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die Geister-Furcht sich vor wahnsinnigen neuen Schmerzenentsetzt, die nicht vor dem Einflüsse, sondern vor der bloßenGegenwart des Gegenstandes beben, und die uns gar keineGestalt dieses Mittaglcbens machen oder heilen könnte: so gibtcs auch eine Geister-Hoffnung und Geister-Liebe, die nichtWirkungen, sondern Dascyn der Wesen begehrt, undwelche keiner irdischen Freude abborgt, sondern höchstens denbesten heimlich darlciht. Unser armes, wunden-volles Herzhabe sich auch nach allen Seiten noch so oft wieder geschlossen,so bleibt doch daran eine angcbornc Wunde offen, die nurin einem andern Elemente des Dascyns zufällt, wie sicham ungebornen Kindcrherzcn die eiförmige Ocffnung erst ver-schließet, wem: es ein leichteres Leben athmet. Darum wen-det sich ja unsere obere Blattseitc, wie bei Blumen, so oftman sie auch gegen den irdischen Boden umdrehe, immer wie-der gegen ihre Himmclscite herum."
„Angcborne Wunde!" wiederholte der Jüngling mit ei-nem Seufzer; „unsere Wunde oder unser Himmel ist offen,sagt' ich angcseuert, dich ist eins und kein Wortspiel. Odersoll der Tod auch in jener Welt uns wie sklavische Kriegerimmer wieder von neuem einquarticren? — Wir, jetzt derLibellen-Nymphe gleich, deren vier Flügel sichtbar in denScheiden kleben, sollen einmal nur neue Scheiden aus altenziehen, und dieses Ausscheiden Fliegen heißen? Und wennwir, vor der Sündfluth des Irdischen uns rettend, zu heili-gen: Bergen geflohen, sollen wir auf jedem, wie auf demPilatusbergc, wieder einem See begegnen? Und die Ewigkeitwäre blos ein ewiger Verhalt auf der Dissonanz?"
Jetzt kam der Jüngling durch mich zu sich, und er fragtemich kalt: „Demnach müßte ich doch irgend eine Original-