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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
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Vormittags am sehnlich erwarteten Sonntag langte ausPira zn Fuße der schweiß-bleiche Zoller und Umgcldcr Mehl-born mit einem Gevatter-Brief an den Doktor an. Glaub-würdige Zeugnisse hat man zwar nicht in Händen, womitunumstößlich zu beweisen wäre, daß Katzenberger auf seinemGesichte über diese Freudenbotschaft bcsondcrn Jubel, außer-ordentliche Erntetänze oder Frcudenfeuer, mit Frcudenthräncnvermischt, habe sehen lassen; aber so viel weiß man zu seinerEhre desto gewisser, daß er sich im höchsten Grade anstrengte(er beruft sich ans jeden, der ihn gesehen), starke Freude znäußern, nur daß cs ihm so leicht nicht wurde, ans die Schwe-felpaste seines Gesichts die leichten Röthelzeichnungen einesmatten Freudcnroths hinzuwerfen; besonders wenn man be-denkt, daß er aus seinem Janus-Gesicht zwei einander deckendeGefühle zu beherbergen hatte, Lust und Unlust. Kurz, er-bracht' cs bald dahin, daß er, da er anfangs so verblüfftumhcrsah, wie ein Hamster, den ein schwüler Hornung vor-zeitig aus dem Winterschlaf reißt, dann lebendig ansblickteund aufsprang. Gegen den gutmüthigen Mehlhorn war aberauch Härte so leicht nicht anwendbar; er stand da mit demweißen Vollgesicht, so lauter Nachgeben, lauter Hochachtcn undHoffen und Vatcrfrohlockcn! Wenigstens der Teufel hätte ihngeschont.

Da ohnehin an kein Abschrecken vom Gevatterbittcn mehrzn denken war: so überschüttete ihn der Doktor mit allem,was er Bestes, nämlich Geistiges, hatte, mit Herzens-Liebe,Hochachtung, innern Frcudcnregungcn und dergleichen ver-schwenderisch, gleichsam mit einem Pathcngeschenk edlerer Art,um nur an schlechte, massive Gaben gar nicht zu denken.Sein Herz fühlte sich weit seliger dabei, wenn er eine ge-