113
mäldcs, schamhaft wie eine Jungfrau, liebend wie eine Mutter,schlagend und schweigend wie ein Mann, und ohne Wortevor der That, und von wenigen nach der That, stand imGemälde eben vor einem alten Fürsten, um von ihm zu schei-den. Es war ein prunkloses Gemälde, das ein jeder leichthätte übertrcffcn wollen. Der ältliche Fürst war weder derLandesherr, noch Waffenbruder des Jünglings; er hatte sichblos an ihn gewöhnt, aber jetzo mußt' er ihn ziehen lassen,und dieser mußte ziehen. Beide sprachen nun in der letztenStunde blos wie Männer, nämlich nicht über die letzteStunde, sondern wie sonst, weil nur Männer der Nothwendig-keit schweigend gehorchen; und so gingen beide, so sehr auchin jedem der innere Mensch schwere Thräncn in den Augenhatte, wortkarg, ernst, mit ihren Wunden und mit einem Gottbefohlen, aus einander.
So weit war die Vorlesung einer größern Zeit schonvorgerückt, als noch die Thüre aufging, und wie ein fremderGeist ein Mann cintrat, der, wie aufcrstaudcn aus dem Gottes-acker der Rittcrzeitcn, ganz dem Ritter an Blick und Höheglich, und die Hör-Gesellschaft fast eben so sehr erschreckte,als crsreuete. . .
26. S u m m u l a.
Neuer Gastrollenspieler.
Jetzt in den Monaten, wo ich die 26ste Summcl für dieWelt bereite und würze, ist cs freilich sogar der Welt bekannt,Iran Naul's anegew. Wcrkr. XV. 8