62
14. S u m in u l a.
Mißgcburtcn-Adcl.
Der Wirth, der die Gesellschaft immer hinter Büchernnnd Schrei bfedcrn sah, vcrmnthete, er könne sic als Ziehbrun-nen benutzen und seinen Eimer einscnkcn; er brachte ein Werkin Folio und eins in Oktav zum Verkaufe getragen. Daskleinere war ein zcrlescncr Band von Thcndobachs Theater.Aber der Doktor sagte, cs sei kein Kauf für das Gewissenseiner Tochter, da das Buch vielleicht aus einer Leihbibliothekunrechtmäßig versetzt sei. Auch fragt' er sie, ob sic denn nichtglaube, daß in Maulbronn der Dichter selber sic, als seine sowarme Anbeterin nnd Götzen-Dienerin, mit einem schönenFreiexemplare überraschen werde, das er wieder selber umsonsthabe vom Verleger. „Ich komme ihm zuvor, sagte Nieß, ichhabe von ihm selber fünf Prachtexemplare zum Geschenk, nndgebe gern eines davon um den Preis hin, den es mich kostet."Thcoda hatte Zweifel über das Annehmcn, aber der Vaterschlug alle nieder, und sagte znm Edelmannc mit närrischenGrimassen: „Hr. v. Nieß, ich mache von so etwas Genieß-barem Nießbrauch, so wie von allen kostspieligen Auslagen,die Sie bisher auf der Neisc vorschoffen, weil Sie vielleichtwissen, daß ich ein schlechter Zahl - nnd Rechenmeister bin;aber am Ende der Reise, hoff' ich, sollen Sic mich kennenlernen." Nieß bat Tbeoda, in sein Zimmer zu folgen, wo erihr vom Dichter vielleicht noch etwas Lieberes zu geben habe,als das Gedruckte.