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15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
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einer (prosaischen) Gegenwart; Nicß wollte zugleich als Münzerund als Münze gelten.

Vom Dichten kommt man leicht aufs Lieben, und indemman ideale Charaktere kritiflrt, produzirt man leicht den eige-nen, und ein gedruckter Roman wird das Getriebe und Leit-zcug eines lebendigen. Würfel stach hier mehr durch Feinheithervor, Nicß durch Keckheit. Jener zeigte einen Grad vonromantischer Delikatesse, der seinen Stand verricth, nämlichden Mittlern. Ich kann hier aus eigner Erfahrung die Wei-ter der höhern Stände versichern, daß, wenn sic eine roman-tischere, zartere Liebe kennen wollen, als die galante, höhnende,atheistische ihrer Weltlcute, sic solche in meinem Stande findenkönnen, wo mehr Begeisterung, mehr Dichter-Liebe, und weni-ger Erfahrung herrscht; und es sollte diese Bemerkung michum so mehr freuen, wenn ich durch sie zum Glücke manchesHofmeisters und dessen hoher Prinzipalin etwas beigctragcnhätte; meines wäre mir dann Belohnung genug.

Niemand war wiederum in der Kutsche zu bedauern, alsder Blutzeuge Katzenbcrger, dem solche Diskurse so mild indie Ohren eingingen, wie einem Pferde der Schluck Arzcnei,den man ihm durch die Nasenlöcher einschüttet. Um aber mitirgend etwas seinem Ohre zu schmeicheln, brachte er einenseinen Jltispinsel heraus und steckte ihn in den rechten Ge-hörgang bis nahe ans Paukcnfcll, und wirbelte ihn darinumher; er versicherte die Zuschauer, hierin sei er ganz derMeinung der Sincscr, wovon er die Sitte entlehne, welchediesen Ohrcnkitzel und Ohren-Schmaus für den Himmel ansErden halten.

Da aber die Menschen immer noch links hören, wenn siein Lust-Geschäften rechts taub sind: so vernahm er noch viel

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