Druckschrift 
15 (1849) Dr. Katzenbergers Badereise : nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

k5

die wenigen warmen Seelen kamen, die fahren konnten. Da-her war Katzcnbcrgcrs Einwilligen nnd Eingehen in einenThec eine so untrügliche Prophezeiung des elenden Wetters,als das Hinnntergehcn des Laubfrosches ins Wasser. Aufdiese Weise aber füllte er das liebende Herz der Tochter aus;denn diese mußte nun, nach dem närrischen Kontrapunkt undMarschreglcmcnt der weiblichen Visitenwclt, pon jeder einzel-nen, die nicht gekommen war, zum Gutmachcn, wieder cingc-ladcn werden; nnd so konnte sie oft ganz umsonst um siebenverschiedene Thcctische herum sitzen, mit dem Strumpf inder Hand. Jndcß crricth die Tochter den Vater bald, nndmachte ihr Herz lieber mit ihrer innersten einzigen FreundinBona satt.

Auch für seine Person war Katzcnbcrgcr kein Liebhabervon persönlichem Umgang mit Gästen:ich sehe eigentlich,sagte er, niemand gern bei mir, und meine besten Freundewissen cs, und können es bezeugen, daß wir unS oft in Jah-ren nicht sehen; denn wer hat Zeit! Ich gewiß nicht."Wie wenig er glcichwol geizig war, erhellt daraus, daß ersich für zu freigebig ansah. Das wissenschaftliche Licht ver-kalkte nämlich seine edlen Metalle, und äscherte sic zu Papier-geld ein; dcun in die Bücherschränke der Acrzte, besondersder Zergliederer mit ihren Foliobändcn und Kupferwcrkcn,leeren sich die Silbcrschränke aus, und er fragte einmal ärger-lich:warum kann das Pfarrer- und Poctenvolk allein fürein Lumpengcld sich sein gedrucktes Lumpenpapier cinkaufen,das ich freilich kaum umsonst haben möchte?" Wenn er vollendsin schönen Phantasien sich des Pastors Götze Eingcweidcwür-mcrkabinct ausmalte und den himmlischen Abrahams Schooß,auf dem er darin sitzen würde, wenn er ihn bezahlen könnte