Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
491
Einzelbild herunterladen
 

4SI

weckt wurde, den sein waches Ohr so lange vergebens erwar-tet hatte.

Könnt Ihr schlafen? Wollt Ihr schlafen? WagtIhr zu schlafen?" waren die Fragen, die in sein Ohr mitderselben Hellen, weichen und melodischen Stimme drangen,welche ihn in der vorigen Nacht angeredet hatte.

Wer ist's, der mich so fragt?" antwortete Julian.Abersei der Fragende ein gutes oder ein böses Wesen, ich erwie-dere, daß ich ein schuldloser Gefangener bin, und daß Unschuldruhig zu schlafen wünschen kann und darf."

Thue keine Fragen an mich," sagte die Stimme; «ver-suche auch nicht, zu entdecken, wer mit dir spricht, und seiversichert, daß Thorheit allein schlafen kann, wenn Betrugund Gefahr ringsum lauern."

Kannst du, der du mir von Gefahren sagst, mir rathen,wie ich sie bekämpfe oder vermeide?" sagte Julian.

Meine Macht ist beschränkt," sagte die Stimme;dochEtwas kann ich thun, wie ein Johanniswürmchen einen Ab-grund zeigen kann. Aber du mußt mir vertrauen."

Vertrauen muß Vertrauen erzeugen," antwortete Julian.Ich kann kein Zutrauen in einen Unbekannten setzen."

Sprich nicht so laut," erwiederte die Stimme, die sichfast in ein Flüstern verlor.

Letzte Nacht sagtest du, mein Gefährte würde nicht er-wachen," sprach Julian.

Heute Nacht verbürge ich nicht, daß er schlafen wird,"sagte die Stimme. Und während sie sprach, wurden die -ei-sern, scharfen, unharmonischen Töne des Zwergs gehört, derJulian fragte, warum er im Schlafe spräche warum ernicht selbst ruhete, und andere Leute ruhen ließe und end-lich, ob er die Erscheinungen der letztern Nacht wieder habe.