sich der Kummer seines Gemüths durch Sprechen Luft, und ervermochte nicht den fast verzweifelnden Ausruf zu unterdrücken:„Gott erbarme sich unser!"
„Amen!" antwortete eine Stimme, so süß und sanft wieHonigthau, welche klang, als wenn das Wort dicht neben sei-nem Bette wäre gesprochen worden.
Die natürlichste Vermutbung war, daß Gottfried Hudson,sein UnglückSgefährte, dem Gebete, das ihrer gemeinschaftlichenLage so angemessen war, den Nachruf gegeben hatte. Aberder Ton der Stimme war so verschieden von den harten undwidrigen Lauten des Zwergs, daß Peveril überzeugt war, erkönnte nicht von Hudson Herkommen. Er war von unwill-kührlichem Schreck erschüttert, für den er keinen hinlänglichenGrund angeben konnte; und nicht ohne Anstrengung war erim Stande, die Frage hervor zu bringen: „Ritter Gottfried,habt Ihr jetzt gesprochen?"
Keine Antwort erfolgte. Er wiederholte die Frage lau-ter; und dieselbe Silberstimme, die vorher Amen zu seinemGebet gesagt hatte, antwortete auf seine Frage: Euer Gesell-schafter wird nicht erwachen, so lange ich hier bin."
„Und wer seid Ihr? — Was sucht Ihr? — Wie kämetIhr an diesen Ort?" sagte Peveril, hastig Frage auf Fragehäufend.
„Ich bin ein elendes Wesen, aber eines, das Euch sehrliebt. — Ich komme zu Eurem Besten. — Bekümmert Euchnicht weiter."
Es fiel nun Julian ein, daß er von Personen gehörthatte, welche das wunderbare Talent besäßen, Töne so ge-nau nachzuahmen, daß sie ihren Zuhörern den Glauben ab-zwangen, sie kämen von einem ganz andern und entgegenge-setzten Punkte des Zimmers, als dem, welchen der wirklich