Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
434
Einzelbild herunterladen
 

434

sagte der König.Aber die tanzende Nymphe hier wird unsnoch einmal erfreuen, oder nicht? Empson, nun erinnereich mich, sie tanzte zu deiner Pfeife. Setz' an, und bringeLeben in ihre Füße."

Empson fing an, einen wohl bekannten Tanz zu spielen,und griff, wie er gedroht hatte, mehr als eine falsche Note,bis der König, der ein sehr richtiges Gehör hatte, es ihm mitden Worten verwies:Bursche, bist du betrunken in dieserfrühen Tageszeit, und mußt auch deine Streiche mit mir spie-len? Du denkst, du seist zum Taktschlagen geboren, aber ichwill auf dir den Takt schlagen "

Der Wink war zureichend, und Empson gab sich alle Mühe,sein Stück so zu spielen, wie cs seinem hohen und verdientenRuf entsprach. Aber auf Fenella machte cs nicht den gering-sten Eindruck. Sie schien weniger zu stehen, als an die Wanddes.Zimmers sich anzulehnen; ihr Gesicht war todtenbleich,ihre Arme und Hände hingen, wie erstarrt, herab, und ihrLeben vcrrieth sich bloß durch das Schluchzen, das ihren Bu-sen bewegte, und durch die Zähren, die aus ihren halbge-schloffenen Augen flössen.

Der Henker hole das," sagte der König;irgend ein bö-ser Geist ist diesen Morgen in Bewegung; und die Mädchenfind alle behext, glaub'ich. Frisch auf, mein Kind! Was, inTeufels Namen hat dich auf einmal aus einer Nymphe ineine Niobe verwandelt? Wenn du da länger stehst, wirst duselbst mit der Marmorwand verwachsen- Oder Georg,habt Ihr etwa auch in diesem Quartier Vögel geschossen?"

Ehe Buckingham auf diese Beschuldigung antworten konnte,kniete Julian vor dem Könige nieder, und bat, wär' esauch nur auf fünf Minuten, um Gehör.Das jungeMädchen," sagte er,sei lange in der Begleitung der Grä-