vielmehr mit Ueberlegung seiner eigenen verwickelten Angele-genheiten, und des wahrscheinlichen AuSganges seiner bevor-stehenden Audienz bei dem König, welche durch eine so son-derbare Mittelsperson und auf so unerwartete Art herbeige-führt worden war. Oft sah er nach seiner Führerin Fenella,und fand, daß sie die meiste Zeit in tiefes Nachdenken ver-sunken war. Aber drei oder vier Mal bemerkte er, daß Fe-nella ihnen einige jener bittern und fast verzehrenden Seiten-blicke zuwarf, welche auf der Insel Man für Zeichen der Ver-achtung und Verwünschung galten. In ihrem ganzen Wesenlag etwas so Außerordentliches, das sich an ihre plötzlicheErscheinung und ihr Benehmen vor dem König knüpfte, wo-mit sie so seltsam und doch so geschickt ihm eine Privat-audienz bei demselben verschaffte — die er mit ernsthafterenMitteln vergebens gesucht haben möchte — daß ihm der,zwar innerlich belächelte, Gedanke fast gerechtfertigt wurde,die kleine Stumme werde bei ihren Unternehmungen vonden verwandten Geistern unterstützt, von welchen, dem Ma-nenser Aberglauben zufolge, ihre Abstammung hcrzulcitenwäre.
Ein anderer Gedanke entstand bei Julian zuweilen, dener jedoch als eben so fantastisch verwarf, wie, Fenella gehörenicht zum Geschlecht der Sterblichen, — nämlich: „hatte siewirklich jene organischen Mängel, die sie immer von der übri-gen Menschheit abzusondern geschienen hatten? — Wo nicht,was konnte ein so junges Geschöpf bewogen haben, sich eineso schreckliche Buße für eine so lange Reihe von Jahren auf-zulegen? Und wie furchtbar mußte die Stärke der Seelesein, welche sich zu einem solchen Opfer verdammen könnte?— Wie tief und stark der Vorsatz, für den es unternommenwurde!"